Ergebnisse der Brain-Academy am Bertha präsentiert
– Ein Abend voller beeindruckender Projekte
Am 18. Februar wurden am Bertha die diesjährigen Ergebnisse der Brain-Academy im Rahmen eines Präsentationsabends vorgestellt – und dieser war ein voller Erfolg. Zahlreiche Gäste konnten sich von der Kreativität, dem Engagement und der fachlichen Tiefe der Projekte überzeugen.
Seit mittlerweile vier Jahren werden am Bertha besonders leistungsstarke und interessierte Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Brain-Academy gezielt gefördert. Ziel des Projekts ist es, begabte junge Menschen individuell zu unterstützen und ihnen Raum für eigenständiges Forschen und Arbeiten zu geben. In diesem Jahr nahmen 14 Schülerinnen und Schüler teil – so viele wie noch nie zuvor.
„Bei der Betrachtung aller Poster ist mir noch einmal bewusst geworden, wie unterschiedlich die Interessen unserer Schülerschaft ausfallen. In der heutigen Zeit ist es mir ein Anliegen, dass diese Interessen von jungen Menschen in den Fokus gerückt werden. Gerade im Hinblick auf den zunehmenden Einfluss von Social Media auf unser Selbstbild ist es aus meiner Sicht umso wichtiger, echte und vielseitige Interessen junger Menschen zu stärken und zu vertiefen. Die Brain Academy schafft einen Raum für diese Entwicklungen und leistet damit einen immens wichtigen Beitrag“, so der Schulleiter.
Auch in diesem Jahr beschäftigten sich die Teilnehmenden mit vielfältigen und anspruchsvollen Fragestellungen.
Mit der grundlegenden Frage „Gefühle und Emotionen: Wofür existieren sie?“ eröffnete der Vortrag von Alona Litvynenko (Klasse 7) den Blick auf die evolutionäre und neurologische Bedeutung unserer Gefühlswelt. Warum empfinden wir Angst oder Freude, und welchen Überlebensvorteil bieten Emotionen eigentlich?
Einen differenzierten Einblick in die Psychologie bot das Thema „Schizophrenie vs. Dissoziative Identitätsstörung – Ein Vergleich zweier psychischer Störungsbilder“ vorgestellt durch Lara Lux (Klasse 9). Hier wurden zwei häufig verwechselte Erkrankungen gegenübergestellt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede klar herausgearbeitet und mit verbreiteten Mythen aufgeräumt.
Ganz praktisch wurde es bei der Frage „Kann richtige Ernährung sportlich aktiven Jugendlichen beim Muskelaufbau unterstützen?“. Der Vortrag von Florian Schneckenburger (Klasse 9) verband Sportwissenschaft und Biologie und untersuchte, welche Rolle Proteine, Training und Regeneration tatsächlich spielen.
Auch globale Herausforderungen und ökologische Zusammenhänge standen im Fokus.
So ging Miriam Spelz (Klasse 10) in „Tsunamis – Wie verändern sie sich durch den Klimawandel?“ auf die Frage ein, ob steigende Meeresspiegel und klimatische Veränderungen die Auswirkungen solcher Naturkatastrophen verstärken können.
Mit „Geisterbären – Die weißen Schwarzbären“ wurde eine seltene Unterart des nordamerikanischen Schwarzbären von Jonas Hartung (Klasse 8) vorgestellt. Dabei spielte nicht nur Genetik eine Rolle, sondern auch der Schutz sensibler Lebensräume.
Welche Folgen menschliches Handeln für Ökosysteme haben kann, zeigte der Vortrag „Invasive Tiere“ von Leona Berger (Klasse 7). Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, wie eingeschleppte Arten heimische Tier- und Pflanzenwelten verändern und bedrohen.
Einige Projekte führten das Publikum sogar über die Grenzen unseres Planeten hinaus.
In „Albert Einstein und die spezielle Relativitätstheorie: Wie man durch Beschleunigung jünger bleibt“ erklärte Henry Kauz (Klasse 7) anschaulich, wie Zeitdilatation funktioniert – basierend auf den Theorien von Albert Einstein. Dabei wurde deutlich, dass Flugzeuginsassen tatsächlich minimal langsamer altern als Menschen auf der Erde.
Der Vortrag „Ein Stern stirbt – ist dies wirklich sein Ende?“ von Tom Kucin (Klasse 8) zeigte, was geschieht, wenn Sterne ihren Brennstoff verbrauchen, und erklärte Phänomene wie planetarischer Nebel und Schwarze Löcher.
Die Verbindung von Wissenschaft und Science Fiction stellte schließlich „Wie realistisch sind Zeitreisen in Filmen dargestellt?“ her. Filmische Szenarien wurden von Luisa Wellers (Klasse 9) mit physikalischen Theorien verglichen – mit überraschenden Ergebnissen.
Vergangenheit, Gegenwart und kulturelle Entwicklungen bildeten einen weiteren Schwerpunkt.
Historisch fundiert erarbeitete Sara Darwish (Klasse 8) den Vortrag „Die Entstehung der Vereinigten Staaten“, der die Entwicklung der Vereinigte Staaten von der Kolonialzeit bis zur Unabhängigkeit nachzeichnete.
Mit einem sensiblen Kapitel deutscher Geschichte befasste sich Emma Drüke (Klasse 7) mit „Raubkunst in der NS-Zeit“. Dabei wurde untersucht, wie Kunstwerke während der Herrschaft der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei enteignet wurden und wie heute mit diesen Fällen umgegangen wird.
Aktuelle politische Entwicklungen griff der Vortrag von Jano Linkwitz (Klasse 9) „Zwischen Krise und Demokratie: Rechtsruck damals vs. heute“ auf, indem historische Ereignisse mit gegenwärtigen Tendenzen verglichen wurden.
Global-kulturell wurde es mit „Was ist der Hallyu und wie wirkt er sich auf die deutsche Tanzkultur aus?“. Hier hat Alana Weber (Klasse 7) analysiert, wie die „Korean Wave“ Jugendkultur, insbesondere Tanz und Musik, auch in Deutschland beeinflusst.
Mit „Im Reich der Magie“ widmete sich Ben Balkhausen (Klasse 8) der Faszination magischer Welten – von antiken Ursprüngen bis hin zu moderner Zauberkunst. Dabei wurde deutlich, dass Magie nicht nur Unterhaltung ist, sondern auch gesellschaftliche Sehnsüchte und kulturelle Vorstellungen widerspiegelt.
Ob Psychologie, Klimaforschung, Astrophysik, Geschichte oder Popkultur: Die diesjährigen Projekte zeigen eindrucksvoll, wie breit die Interessenslandschaft unserer Schülerschaft ist. Jede einzelne Fragestellung war Ausdruck echter Neugier – und genau das macht unser Begabungsförderprojekt so besonders.
Wir freuen uns schon jetzt auf die Fragen des nächsten Jahrgangs.
Die Brain-Academy verlangt den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Organisation und Durchhaltevermögen ab – besonders angesichts des jungen Alters vieler Beteiligter. „Diese Form der individuellen Förderung stellt große Anforderungen an die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler“, betonten die Projektleiterinnen.
Beim Präsentationsabend wurde jedoch deutlich: Die Mühe hat sich gelohnt. Die Gäste konnten souverän vorgetragene Präsentationen erleben und spannende Einblicke in die Forschungsarbeiten gewinnen. Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie erfolgreich individuelle Förderung am Bertha umgesetzt wird.









